Jaron, der ewige Schub oder: Irgendwas ist immer
Also es gibt da so ein Buch, das wohl jede Frischmutter kennt.
Dort wird behauptet, jedes Baby habe etwa in den gleichen Wochen bestimmte Entwicklungsschübe.
Sind diese Schübe durchgemacht, kann das Baby plötzlich neue Dinge.
Sie finden anfangs statt um die 8., die 12. und 19. Woche.
Die Abstände zwischen den Schüben vergrößern sich, dafür dauern sie länger.
In diesen Phasen lernt das Baby also neue Dinge. Das verängstigt es, weil es sich laut Buch quasi fühlt, als wäre es plötzlich auf einem neuen Planeten, auf dem wieder alles anders ist.
Und was macht ein verängstigtes Baby?
Genau - weinen, schreien, nuckeln und ganz viel Mama wollen.
Ich hörte dann immer "Was bringt´s, diese ollen Phasen zu wissen? Irgendwas ist halt immer und man wird nie genau rausfinden, was es ist."
Nach dem magischen 12Wochen-Schub hab ich ja eine deutliche Veränderung bemerkt.
Wow! 1-2 Wochen hatten wir eine gute Phase.
Dann gings wieder los. Schlimmer noch. So kommt es mir jetzt jedenfalls vor.
Wie kann das sein?
Die 19. Woche ist doch noch in weiter Ferne!
Jahaaa... da heißt es dann, der Schub könne sich schon um die 14./15. Woche ankündigen und dann halt 4-6 Wochen oder so andauern.
Mein Kind ist also der personifizierte Dauerschub.
Momentan geht es morgens gleich los. Jaron wird wach. Nölt ein bißchen, grinst uns an, wenn wir ihn begrüßen, nölt weiter, gähnt, meckert, wird gestillt, schläft aber nicht ein, hampelt rum.
Gut. Also aufstehen.
Ins Bad, fertig machen, Jaron strampelt, grinst, Pulli anziehen, meckern, nicht wieder einkriegen.
Kind auf den Arm, Frühstück machen, an den Tisch setzen, Kind auf den Tisch in die Wippe. Jaron nuckelt, nölt, also Dauerbespaßung, Vorschmatzen, Kaffeeschlürfen, alles was lustig klingt und das Frühstück versaut.
Kind reibt sich die Augen, nölt.
Kind auf den Arm, ab ins Elternbett, wieder stillen. Augen gehen zu, trinken wird zu schlafendem Nuckeln.
Brust raus, Augen auf. Jammern.
Das geht dann den ganzen Vormittag so.
Bis er es endlich endlich schafft, einmal abzuschalten und einzuschlafen. Natürlich nur an der Brust.
Für 10 Minuten oder ... na mal sehen. Jetzt pennt er sage und schreibe bereits fast ne halbe Stunde in seinem Bett!
Ein Bioschnuller wollte ich nie sein.
Nun bin ich´s doch.
Gestern hab ich ihn beinahe den ganzen Tag rumgeschleppt, im Stehen meinen Kaffee getrunken, auf dem Fußboden neben seiner Spieldecke Mittag gegessen, gestillt, beruhigt, hingelegt, hochgenommen, beruhigt, gestillt, rumgetragen, etcpp.
Andreas kam dann gegen 22:oo endlich von der Arbeit nach Hause. Keine Ahnung, wie lange ich schon nicht mehr geduscht hatte, jedenfalls mußte ich mir dringend ein Nachtbad genehmigen.
Kaum raus aus der Wanne, zitierte mich mein kleiner Herrscher wieder ins Schlafzimmer zum Nachtschmaus.
Aaaaaaahrgh.
Es ist schon echt schwer zu ertragen, daß ich mein Kind so schwer beruhigt kriege.
Ich tu, was ich kann, hab ihn gebadet, danach schön mit Öl massiert, ich singe, ich schaukel, kuschel ihn, rede mit ihm, ich trage ihn ne Stunde durch den Nieselregen.
Und manchmal beschleicht mich doch das Gefühl, was ich auch gebe, es reicht nicht... *seufz*
Aber gestern hat er ein paar Male richtig mit deutlichem Ton gelacht.
Der Lump!
Oh, er hupt! Naja, 45 Minuten Schlaf - immerhin.
Ui, ging gut: Schnuller rein, Schnuller raus, kotzen, Schnuller wieder rein, Schnuller raus, quaken, aha ein Pups.
Schnuller wieder rein, wieder raus, quaken, noch ein Pups.
Schnuller wieder rein, Augen zu, herzhaft gähnen, weiterpennen :)
Leise rausgeschlichen und weitergetippselt...
Ach, es quakt und pupst nochmal.
Von wegen Brokkoli blähnt nicht.
Ja, tja, es sei mir bitte verziehen, daß ich hier nicht so recht nachkomme und auch sonst wenig von mir hören oder sehen lasse.
Aber bald sind wir wieder voll da