Muttersorge... von jetzt für immer

Veröffentlicht auf von Waldloewin

Weihnachten.

Wir haben Karten gebastelt mit dem letzten Ultraschallbild.

Heiligabend verbrachten wir bei Andreas Familie und die Freude war groß bei allen:

Oma, Opa, Tante und Onkel zeigten sich überrascht, gerührt und freudig.

Jeder auf seine ganz eigene Art!

 

Ich hatte Angst vor dem emotionsgeladenen Moment, war aber dann froh, endich mit allen darüber reden zu können und genoß das allgemeine Interesse und Mitgefühl sehr :)

 

Meine Mutter hatte es bereits einige Tage vorher erfahren, da sie über Weihnachten verreisen wollte.

Auch sie hat sich wahnsinnig gefreut und meine Hände gehalten.

Ganz weich waren wir und es war ein besonderer Moment!

Und dann habe ich sie viel gefragt über ihre Schwangerschaften, von denen leider keine ganz unproblematisch war.

 

 

 

Am 1. Weihnachtstag dann erfuhren es die zukünftigen Urgroßeltern.

Es dauerte aufgrund von eingeschränktem Hör- und Sehrvermögen einen Moment, bis die Neuigkeit wirklich angekommen war.

Aber auch den beiden haben wir eine gelungene Weihnachtsüberraschung beschert.

 

Am 2. Weihnachtstag dann sollten es Ralf und meine Oma aus Bremen erfahren.

Auch für die beiden hatten wir entsprechende Kärtchen im Gepäck, doch alles kam ganz anders als geplant.

 

Nach dem Mittag unternahmen wir ohne Oma einen ausgiebigen Spaziergang an der Eider.

Danach sollte es Kaffee geben.

Ich ging nach unserer Rückkehr nochmal eben aufs Örtchen und bekam dort den Schreck meines Lebens:

hellrotes frisches Blut auf dem Toilettenpapier!

 

Etwas verstört ging ich zurück ins Eßzimmer. Den Gesprächen konnte ich nicht mehr folgen. Ich starrte vor mich hin und wußte nicht, was ich tun sollte.

Krampfhaft vesuchte ich, meine Tränen zurückzuhalten. Gleichzeitig war mir klar, daß ich denTag nicht so hinter mich bringen könnte.

Als Andreas mich fragte, was denn los sei, schüttelte ich nur den Kopf, mußte mich aber einen kurzen Moment später schnell erheben und ins Bad.

Ich konnte die Tränen nicht zurückhalten. Sie liefen und liefen und ich hatte solche Angst.

Als ich mich etwas beruhigt hatte, blieb mir nichts anderes übrig, als zurück zu Tisch zu kehren.

Ich setzte mich abermals, starrte vor mich hin und plötzlich brach es mit unbändiger Wucht aus mir heraus.

Ich fühlte mich schrecklich, unkontrolliert, histerisch und hilflos.

Es fiel mir schwer, verständliche Worte herauszubringen.

Die beiden wußten doch von noch überhaupt nichts!

 

Als ich es geschafft hatte, zu erklären, was gerade passiert war, rief Ralf sofort beim Krankenhaus an.

Er fuhr mit Andreas und mir umgehend nach Husum in die Klinik.

Es war allen klar, daß ich sonst eh keine ruhige Minute mehr gehabt hätte.

 

Es war nichts los, so kam ich schnell dran, während die armen Männer voller Sorge auf dem Flur warten mußten.

Der Gynäkologe (ich hatte befürchtet, an einen Mann zu geraten), fragte einige Dinge ab.

Meinen Mutterpaß hatte ich nicht dabei, wußte aber die wichtigen Sachen.

Er hieß mich auf den Stuhl in diesem furchtbaren Untersuchungssaal zu steigen.

Mir war alles egal.

Eine Blutung konnte er nicht feststellen.

So kam ich in den Genuß eines Ultraschalls und sah das Herzchen ganz kräftig schlagen.

Ich war üüüüberglücklich!

 

Nun führte man mich dort wieder hinaus, ich sammelte unterwegs die Männer ein und ging in ein anderes Behandlungszimmer zu Blutentnahme und Impfung wegen meiner Rhesus negativ Sache.

Ich war noch recht perplex und hatte nicht die Möglichkeit, mich in Andreas hineinzuversetzen, sodaß ich ihm nicht sofort sagte, daß alles ok sei, als ich aus dem Untersuchungsraum kam.

Mir war nicht bewußt, wie besorgt auch er sein muß!

 

Ich war nur auf mich und das Leben in mir fixiert...

Und das erste Mal in panischer Sorge um das kleine Wesen.

Das war der 26.12.2008

 

Woran es lag ist  unklar, Blutungen kommen aber häufig vor und sind nicht immer ein Alarmsignal.

Bettruhe sollte ich trotzdem erstmal einhalten.

 

 

Die Tage danach war ich niedergeschlagen. Ich fühlte mich hilflos, machtlos, dem Zufall ausgeliefert.

Aber es haben meine Ma und Andreas Ma und Ralf und Oma aus Bremen angerufen, um sich nach uns zu erkundigen.

Das hat mich sehr gerührt!

 


 

 

 

Am 28.12.2008 war meine Frauenärztin noch im Urlaub, also ging ich zu einer Vertretung.

Ich wollte hören, wie ich mich nun verhalten soll, wie es weitergeht.

Mein Ausfluß gefiel mir noch nicht...

 

So kam ich schon wieder in den Genuß eines Ultraschalls.

Ich sah das Wesen im Profil.

Und es hatte wohl gerade Schluckauf.

Ich hätte dahinfließen können!

Das Herz pocherte ganz wild und es ist alles in bester Ordnung.

 

Darf ich vorstellen: Der Grund meiner zerrissenen Nächte und schon unser ganzer Stolz

 

 

 

 

Erklärungen bedarf es nun wohl nicht mehr ;)

Die Erdnuß ist nun schon 30,5mm groß, alles ist schon vorhanden und muß nur noch reifen und wachsen.

Wir sind SSW 9+6 (9 Wochen und 6 Tage).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

Es ist 23:50. In 11 Minuten bin ich in der 12.SSW.

Wir sind in der Gegenwart angekommen. Rückschau geschafft.

Puh!

 

Den nächsten Babykinotermin haben wir am 19.01.2009 bei meiner neuen Ärztin hier im Herzogtum-Lauenburg.

Ach das klingt schon so schön ;)

Und da kommt der Vater mit!

Endlich kann er es sehen. Der freut sich bestimmt schon wahnsinnig und kann sich noch gar nicht vorstellen, was das für ein Gefühl ist!

Ich bin ja fast schon ein alter Ultraschall-Hase geworden *lach*

Aber auch ich zähle natürlich die Tage.

Denn bei jedem Termin gibt es wieder so viel mehr zu sehen.

 

Und das Herz wird soooooo groß! 

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V
Hach, ich fühle mich so zurückversetzt. ;)<br /> Meine Güte. Schön, das alles hier lesen zu dürfen. *tränchen wegwisch*<br /> <br /> Auch ich hatte eines Nachts frisches Blut auf dem Klopapier, das hast Du damals sicher gelesen. Fürchterlich. Und wie erleichtert man ist, wenn man das Herzchen schlagen sieht.<br /> Am liebsten hätte ich täglich Ultraschalluntersuchungen gehabt, nur um sicher zu sein, dass es noch da ist. Irgendwie war alles so wunderschön... und wirkte wie ein Traum.<br /> Erst als ich die ersten Bewegungen spürte, konnte ich es richtig glauben und war auch ruhiger. Ich spürte es ja und brauchte die Ultraschalluntersuchungen nicht mehr als Sicherheit. ;)
Antworten
W
<br /> <br /> Mensch, ich komm hier zu nix anderemmehr, wenn Du so fleißig weitermachst *lach*<br /> <br /> <br /> Nein, nicht aufhören, Du Huhn!<br /> <br /> <br /> Mittlerweile bin ich ruhig geworden auch ohne gespürte Bewegungen.<br /> <br /> <br /> Ich bin über das erste Drittel hinaus. Klar, es KANN immer was passieren, aber das juckt mich überhaupt nicht. Von Angst ist keine Spur mehr. Das kommt dann vielleicht eher wieder, wenn ich<br /> nachher nen Tag mal keine Bewegungen spüre.<br /> <br /> <br /> Ja, ich kann mich an Deinen Schrecken auch noch ganz gut erinnern.<br /> <br /> <br /> Nur nicht sooo gut nachvollziehen wie heute ;)<br /> <br /> <br /> <br />