4 Stunden sind eine Menge Zeit

Veröffentlicht auf von Waldloewin

Ich kann kaum glauben, was wir da 4 Monate lang bloß gemacht haben.

Es ist gut jetzt. Einfach gut.

Jaron hat nicht alle 2 Stunden Hunger, sondern ziemlich pünktlich im 4 Stunden-Rhythmus.

Jaron braucht Schlummerpausen über den Tag verteilt.

Manchmal schläft er 30min, mal 1 Std oder auch mal bis zu 3 Std.

Ich bin mir sehr sicher, daß Jaron nicht alle 2 Stunden vor Hunger schrie, sondern weil der arme Kerl einfach alle 2 Stunden übermüdet war. Ich legte ihn dann an, dann schlief er dabei ein. Kein Wunder, daß das Stillen 30-45min dauerte.

Ich hab ihm quasi antrainiert, daß er zum Schlafen die Brust im Mund haben muß.

So schlief er dann also immer beim Stillen sein Nickerchen, brüllte, wenn ich ihn abdockte, weil es ihn weckte, brüllte 2 Stunden später wieder, weil er wieder müde war, spuckte und spuckte und spuckte, weil er einfach überfressen war.

Ich könnt heulen, wenn ich daran denke!

Und dann immer die zweifelnden Fragen anderer, ob er denn überhaupt bei mir satt würde 

Oh Mensch Mutter...

 

Sogar nachts. Ich kann mitunter 4 Stunden am Stück schlafen!

Er bekommt seit vielleicht 3 Wochen abends und nachts Fertigpulver.

Ich konnte einfach nicht mehr, die Nchte waren so furchtbar. Andreas quartierte mich eine Nacht aus und wollte dann die nächtlichen Mahlzeiten per PRE-Nahrung übernehmen.

Das klappte so gut, daß wir es dabei beließen, nachts Flaschennahrung zu geben.

Nun war natürlich die Frage, warum es mit dem Stillen nachts so problematisch war.

Entweder trank er sich nie satt, weil er zu müde war und das Brusttrinken anstrengender und Einschläfernder ist als Flasche.

Oder er überfraß sich ständig, wurde durchs Spucken wieder wach und wurde dann wieder vollgestopft.

Keine Ahnung.

Ist auch egal.

Jedenffalls trinkt er nun um 18.oo um 22:oo um 3:oo und um 6:oo still ich wieder.

 

Gleichzeitig bemerkte ich, daß wir Jaron total falsch einschätzten, was das Einschlafen angeht.

Wir dachten, er hätte abends die berümten "Schreistunden", ich stillte, Andreas trug, schuckelte, sang, bis man ihn, endlich schlafend, vorsichtig, als hielte man eine scharfe Bombe in der Hand, versuchen konnte, ins Bett zu legen.

Das konnte gern den ganzen Abend dauern.

Eines Nachmittags legte ich mich ins Bett und ihn auf meinen Bauch, hielt ihn ganz ganz fest und ließ ihn so schreien.

Es konnte nicht sein, daß wir uns verrückt machen, und er nix annimmt.

Nach 10min Geschrei mit Schwitzen und Hin-und Herwinden war er eingeschlafen.

Ich fand heraus, daß er immer wieder anfing, sobald ich ihn auch nur ruhig ansprach.

Beim nächsten Mal legte ich ihn wach in sein Bett, mit der einen Hand auf seinem Bauch und der anderen um seine Hand.

Wieder schlief er nach 10min Schreien ein.

Ich bin soweit zu akzeptieren, daß er es selbst lernen muß, sich zu beruhigen und einzuschlafen. Unsere ganzen Beruhigungsversuche haben ihn nur verrückt gemacht offensichtlich.

 

Dadurch daß ich ihn nun nur noch 3-4mal stille und auch nur viiiiel kürzer, haben wir viel Zeit gewonnen.

Herrlich...

 

Auch untertags laß ich ihn viel eher mal ne Runde Motzen, Meckern, Nörgeln, bevor ich hingehe und ihn bespaße und/oder herumtrage.

Irgendwann hört er von selbst wieder auf und fängt an, sich allein zu beschäftigen.

Er ist jetzt 5 Monate alt. Ich merke, daß er sich hier mittlerweile ganz gut auskennt. Er ist da, ich bin da, Andreas ist da und hier gehört er hin. Ich muß ihm die Möglichkeit geben, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.

 

 

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post

Valrike 12/23/2009 21:58


Also... ich denke, Du verstehst, was ich meine, wenn ich sage, dass sich das gut liest. Sicher sein wird man sich nie was was war und bedeutete. Aber es ändert sich alles so oft und wird dann auch
immer wieder gut wenn etwas plötzlich nicht mehr funktioniert...


Cathleen 12/22/2009 21:46


Oh, ich glaube daß ich irgendwann auch mal ähnliche Erkenntnisse haben werde und mir an den Kopf fassen werde was wir da eigentlich rumgerödelt haben... Auf jeden Fall ist es spannend zu lesen wie
sich die Sicht auf die Dinge doch verändert und ich freu mich für euch daß es immer leichter wird.